Übergabe des Forderungskataloges

Pressemitteilung

Landesschülervertretung und Landeselternvertretung Thüringen stellen gemeinsame Forderungskatalog vor

Bildungspolitisches Grundsatzprogramm an Landtag und Landesregierung der Öffentlichkeit präsentiert

Nach einem langen Erarbeitungsprozess haben am 28. September 2020 Landesschülervertretung und Landeselternvertretung Thüringen ihr gemeinsames Forderungspapier vorgestellt und der zuständigen Staatssekretärin, Frau Dr. Julia Heesen, übergeben. Das Papier soll dem Thüringer Landtag und der Thüringer Landesregierung als Handlungsgrundlage aus Sicht der Mitwirkungsgremien für die derzeitige und kommende Wahlperiode nach der voraussichtlichen Neuwahl dienen.
Dabei wurden sieben Themenschwerpunkte gesetzt:

Interessenvertretungen stärken

Für die wichtige ehrenamtliche Arbeit der Interessenvertretungen müssen verhältnismäßige Rahmenbedingungen geschaffen werden. Daher fordern Landesschülervertretung und Landeselternvertretung Thüringen eine Würdigung dieses besonderen Ehrenamtes, beispielweise durch einen Vermerk auf dem Zeugnis eines Schülers. Außerdem sollen beide Vertretungen auch Sitze in gesamtgesellschaftlichen Gremien wie dem Landesrundfunkrat und in den kommunalen Bildungsausschüssen erhalten. Für ausreichende Aufklärung über die eigenen Mitbestimmungsrechte von Menschen, die im Bildungsbereich beteiligt sind, sollen eine Stärkung der Demokratiebildung und ausgebaute Aufklärungsarbeit auf kommunaler Ebene sorgen.

Abschlüsse und Prüfungen anpassen

Um die bundesweite Chancengleichheit und Vergleichbarkeit von Prüfungen zu verbessern, sind Anpassungen vor allem bei der Prüfungsvorbereitung und -durchführung nötig. So sollen alte Prüfungsaufgaben inklusive deren Musterlösungen kostenlos bereitgestellt werden, Prüfungsbedingungen sollten (anders als bei der Besonderen Leistungsfeststellung an Gymnasien) gleich sein, die erworbenen Abschlüsse überall anerkannt werden. Eine Lösung dafür könnte eine bundesweite Musterprüfung der Kultusministerkonferenz darstellen.

Die Bundesebene fördern

Durch die Anerkennung und Mitfinanzierung Mitwirkungsgremien soll deren Arbeit unterstützt werden.

Digitalisierung nutzen und voranbringen

Für die Bewältigung einer der größten aktuellen Herausforderungen für Schulen müssen finanzielle und bürokratische Hilfestellungen gegeben werden, gleichzeitig sollte ein Digitalisierungskonzept für Schulen verpflichtend sein. Für die zeitgemäße Weiterbildung von Lehrern und Schülern auf dem Gebiet der Digitalisierung müssen notwendige Ressourcen bereitgestellt werden.

Unterrichtsabsicherung gewährleisten

Das größte Problem der Thüringer Bildungslandschaft ist weiterhin der Lehrermangel. Dieser Zustand muss durch gezielte Maßnahmen nachhaltig beseitigt werden, damit gute Bildung möglich bleibt. Die Landesschülervertretung und Landeselternvertretung Thüringen fordern daher die Steigerung der Attraktivität des Lehrerberufs in Thüringen, die ständige Ausbildung ausreichend neuer Lehrer an den Thüringer Universitäten und die Schaffung von genügend Stellen in der Schule, um einen guten Schulbetrieb gewährleisten zu können.

Investitionen in Schule und Zukunft

Gute Bildung gelingt nicht nur durch direkte Investitionen in diesen Bereich, sondern bedingt auch andere wichtige Komponenten. Daher fordern Landesschülervertretung und Landeselternvertretung Thüringen den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs sowie dessen günstigere und langfristig fahrscheinfreie Nutzung für Schüler.
Für ein angenehmes Lernumfeld müssen der Aus- und Umbau sowie die Instandhaltung von Schulgebäuden stärker gefördert und neue Lernkonzepte erprobt werden.

Schüler- und Elternmitwirkung auf Landesebene besser unterstützen

Um die Arbeit der Interessenvertretungen nachhaltig zu unterstützen, sind sowohl finanzielle als auch gesetzliche Anpassungen in der Thüringer Mitwirkungsverordnung zu realisieren. Eine bessere Kommunikation der verschiedenen Ebenen von der Schule bis zum Ministerium und den Mitwirkungsgremien ist ebenfalls wünschenswert.

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